Fischerhuder Zeitgeschichte

Vor unsere Zeitrechnung war Fischerhude eine von den Chauken erbaute befestigte Bootsanlegestelle an der Wümme, genutzt als zentraler Transport-Umschlagsplatz für Waren von und nach Bremen über Otterstedt und Zeven bis Bremervörde.
Der Ort wurde damals Widagheshude genannt und wurde erstmals dokumentarisch erwähnt im Jahr 1124 durch Papst Calixtus II; demnach gehörte der Ort und die Einnahmen der dortigen Wegezollstation dem Kloster Rastede als Teil der Erzdiözese Köln. Bischof Giselbert von Bremen legte 1288 nochmalig fest, dass jedweder Transport auf der Wümme von und nach Bremen nur von beauftragten Bauern aus Widagheshude durchgeführt werden durfte.
Nach der Neuansiedelung von Bauern um 1290 durch den Ritter von Ritterhude wurde der Ort Widagheshude umbenannt in Fischerhude, primär wohl wegen des großen Fischreichtums, besonders an Aalen in den zahlreichen umliegenden Wasserarmen der Wümme.
Von 1195 bis zur Reformation in 1567 gab es in Fischerhude eine Eremitage mit geweihter Kapelle von Karmeliter Mönchen aus Köln, die auch allgemeine seelsorgliche Aufgaben im Dorf übernahmen.
Die Fischerhuder Bauern besaßen, neben dem verliehenen Transportmonopol und dem Fischreichtum, beste Weidemöglichkeiten in den umliegenden Wümme-Auen, demzufolge auch mehrfach ertragreiche Heuernten pro Jahr. Darüber hinaus konnten die Bauern das nahe Teufelsmoor nutzen zur eigenen freien Holz- und Torfgewinnung, und das direkt dem Dorf angrenzende Randgebiet des Moores nutzten sie als Ackerland mit dem Anbau von Roggen und Weizen.
Fischerhude wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten ein wohlhabendes Dorf; ihre Bewohner blieben trotzdem sparsam, gottesfürchtig und treu ihrem lutherischen Glauben.
Nach dem Zuzug von Künstlern und Malern, beginnend Ende des 19. Jahrhunderts, wurde Fischerhude auch bekannt als das Dorf der toleranten Bauern und der weltoffenen Künstler.
© 2018  www.washausen.de   zurück zum Journal